Farbgenetik

Schwarz, Weiß, Grau,
Braun oder Bunt …

Die Gene für die verschiedenen Grundfarben der Hunde liegen an 3 verschiedenen Genorten. Der Genort für die Grundfarbe weiß ist dabei von übergeordneter Wirkung. Trägt ein Hund an diesem Genort zwei der rezessiven Weißgene, so ist er weiß – obwohl gleichzeitig an den anderen Genorten alle möglichen anderen Grundfarben liegen können. Trägt er nicht 2 Weißgene, so kommt als nächstes die Wirkung des Genortes für die schwarze Grundfarbe zur Geltung. Trägt er dort mindestens eines der dominanten Schwarzgene, so ist sein Fell schwarz. Trägt er dort keines der dominanten Schwarzgene, so kommt der dritte Genort zum Tragen, an dem es bunter hergeht. Dort können die Gene liegen für die Grundfarben Rot, Wolfsfarben, Black-and-Tan und ein rezzessives Schwarz.

 

Neben den Grundfarben gibt es noch weitere Genorte, an denen die Erbinformationen über zusätzliche Färbungsvarianten liegen. An diesen Genorten kommen beispielsweise Gene vor für weiße Abzeichen, Scheckung, Sattelzeichnung und unterschiedliche Pigmentaufhellungen (schwarz -> schokobraun/hellbraun, schwarz/braun -> blau/lilac, rot -> gelb, etc.).

Bedeutung für die Hundezucht

In den letzten Jahrzehnten wurde die Zucht von Großspitzen systematisch nach Farben betrieben. Großspitze waren nur in den Grundfarben weiß, schwarz und braun erlaubt – und es durften auch nur weiße mit weißen, schwarzen mit schwarzen oder braune mit braunen oder schwarzen Großspitzen verpaart werden. Dieses Zuchtregime hat zu extrem kleinen Zuchtpopulationen geführt, die unausweichlich immer höhere Inzucht- und Ahnenverlustwerte aufwiesen. Um der Inzuchtfalle zu entrinnen, gelten bei uns im VSVR e.V. keine dogmatischen Farbvorgaben. Doch sobald man die verbliebenen Exemplare an weißen und schwarzen Großspitzen miteinander verpaart, tritt ein – nur auf den ersten Blick überraschender – Effekt ein: Die Spitze werden bunt! Das liegt an der o.g. Hierarchie der Genorte für die Grundfarben: Aufgrund der übergeordneten Wirkung der Weiß- und danach der Schwarzgene wurden in all den Jahrzehnten alle anderen Farbgene weiter vererbt, ohne dass es zu sehen war. Erst mit den Möglichkeiten der modernen Labordiagnostik lässt sich nachweisen, dass z.B. eine Vielzahl der weißen Spitze reinerbige Schecken sind. Werden sie mit schwarzen Spitzen verpaart, erhält jeder Welpe automatisch eines der rezessiven Scheckungsgene. Wird ein solcher Nachkomme mit einem weißen Spitz oder einem anderen Scheckungsträger verpaart, ist die Geburt gescheckter Welpen die Folge. Ähnliches gilt für alle übrigen Farbgene.

 

Lediglich die Zucht mit nachweislich schädlichen Farbgenen (Merlefaktor) ist verboten. Die Entwicklung bislang unbekannter Farbvarianten wird sorgsam überwacht.

Großspitz wildfarben mit Abzeichen.

Großspitz wildfarben gescheckt.

Großspitz weiß.

Großspitz schwarz.

Großspitzwelpe in braun.